Künstlermanifest 25. Jahrestag Tschernobyl

Dieses Manifest wurde zum 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe in der St. Petrikirche zu Hamburg zum ersten Mal verlesen:

Seit mehr als 25 Jahren kehrt mit den Sonnenstrahlen des Frühlings die Erinnerung an ein besonderes Strahlenereignis zurück: die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat ihre Spuren in die Geschichte gebrannt wie kein zweiter technischer Unfall, weit über Europa hinaus und Generationen an Zeit umfassend.
Sie ist ein Mahnmal, das wir im 25. Jahr ganz besonders würdigen.
Wir, als Künstler, Betroffene, Mitfühlende und Mitdenkende, erklären deshalb die Zone von Tschernobyl, den Sarkophag und die Geisterstadt Pripjat zu einem unwiederholbaren und unverwechselbaren Kunstwerk. Tschernobyl ist tief in der europäischen Geschichte und dem Bewusstsein der Menschen verankert und verdient den Schutz durch die UNESCO als “Erbe der Menschheit”. Das Leiden, das mit dem Unglück in die Welt kam, braucht jetzt einen Ausdrucksort, damit es greifbar und hörbar wird. Mit den Mitteln der Kunst wollen wir einen solchen metaphorischen Ort des Erinnerns schaffen.
Wir wünschen uns von der UNESCO, neben dem Welt-Natur- und Welt-Kultur-Erbe die Institution des Welt-Mahn-Erbes zu schaffen und die verbotene Zone um Tschernobyl und die Stadt Hiroshima zu den ersten solcher Mahnmale der Menschheit zu erklären. Wir denken an die Seelen der Verstorbenen, an die in Zinksärgen begrabenen Feuerwehrleute, die Hubschrauberpiloten, die Helfer der ersten Stunden genauso wie an die zahlreichen Liquidatoren, die sich beim Aufräumen in der Zone verstrahlten und deren Leben oft schneller und einsamer zu Ende ging als sie je gedacht hätten. Wir denken an die Kinder, die schon im Mutterleib verdorrten und an alle, die um ihr Leben kämpften – und verloren. Geben wir ihnen Würde und Anerkennung.

Wir denken an die Menschen, die heute und in Zukunft betroffen sind, weil ihre Körper empfindlich auf Radioaktivität reagieren. Geben wir ihnen unsere Solidarität und unser Mitgefühl. Trauern wir mit ihnen um die verlorene Heimat, um ihre verlorenen Lieben, ihre verlorene Gesundheit. Soll unsere Trauer und unser Mitgefühl ihnen helfen, das Trauma dieses Unfalls zu überwinden und wieder in die Kraft zu finden, sich kommenden Herausforderungen zu stellen.
Wir wollen aus dem Ereignis lernen. So betrachten wir Tschernobyl als ein Zeichen für Veränderung und als Auftrag an zukünftige Generationen. Kinder, die in die unsichtbare Strahlung hineingeboren wurden und werden, haben ein Recht auf Wissen. Zu wissen, warum ihre Körper angegriffen oder versehrt sind, warum sie vielleicht selbst keine Kinder haben oder früher als andere sterben werden. Für sie sollen Botschafter in der ganzen Welt unterwegs sein auf der Suche nach Antworten auf ihre Fragen.
Warum sollen wir mit der Ausbreitung radioaktiver Stoffe in unseren Lebensräumen und in unseren Körpern den Preis für eine überholte Technik und ein veraltetes Denken bezahlen? Wir werden nicht akzeptieren, dass eine Technologie und die dahinter stehenden Menschen die Macht besitzen, mit einem einzigen Fehlschlag das Leben so vieler Menschen zu zerstören.

Der Reaktorbrand von Tschernobyl ist mehr als ein Ende, er ist auch der Anfang einer neuen Zeit, die auf die lebensspendende Energie der Sonne vertraut. Die kommenden Generationen werden ihre Ideen und ihre Vernetzung in der Welt nutzen, um zu vollenden, was damals begann.

Wir unterstützen das kollektive Erschaffen einer Energie-Skulptur im globalen Web als weltweites Zeichen zur Überwindung der Angst und ihre feierliche Eröffnung zum Jahrestag 2011. Sie symbolisiert die Genialität und Kreativität eines Jeden und die Stärke, die daraus im Verbund mit Anderen entsteht. Dies soll genutzt werden, mit der Kraft der Kunst und der Musik die Stille zu füllen, die seit dem Auszug der Menschen die Geisterstadt Pripyat durchweht. Wir wünschen uns ein Tschernobyl–Memorial als interaktives Archiv im sozialen Web, in dem Begegnung von Menschen mit Geschichte und Gegenwart und ein Lernen für die Zukunft möglich wird.
Nutzen wir die Zeit bis zum 25. Jahrestag und darüber hinaus für einen beherzten Schritt aus dem Dunkel an das Licht, wie es der antike Philosoph Plato in seinem Höhlengleichnis vorgedacht hat. Und gebe uns die Kunst die Kraft und den Mut, das Undenkbare denkbar und das Unbekannte bekannt zu machen.

Diese Menschen – und viele mehr – haben schon unterschrieben:

  • Joerg Altekruse, Hamburg sowie: • Chico Whitaker, Weltsozialforum, Brasilien
    • Hans Geißendörfer, Regisseur • Sulak Sivaraksa, Philosoph, Thailand
    • Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer ibb • Wim Wenders, Regisseur
    • Jürgen Streich, Journalist • Orlando Lübbert, Filmemacher, Santiago
    de Chile • Alyn Ware, Abrüstungsaktivist, New York • Monika Griefahn, Ökologin
    • Felicia Langer, Menschenrechtsanwältin, Israel • Jakob von Uexkuell, social entrepreneur,
    London • Grobschnitt, Rockgruppe • Klaas Jarchow, Verleger • Roland
    Schön, Unternehmercoach • Zafrullah Chowdhuny, Arzt, Bangladesh • Rüdiger
    Penthin, Autor • Birsel Lemke, Naturschützerin, Istambul • Gundula Bahro, Publizistin
    • Willfrid Knees, Pastor • Anne Rüffer, Verlegerin, Zürich • Prof. Alphonse
    Sauer, Konzertpianist • Gert Grünert, Lyriker • Julia Owtscharenko, Kulturmanagerin,
    Dniepopetrowsk • Elisabeth Kann, Vorstand • Declan und Margrit Kennedy, Architekten
    • Hannelore Uka, Beraterin • Margitta Holler, Bildungsberaterin • Georg
    Janßen, Maler • Dagmar Altekruse, Historikerin • Mario Gagliardi, Designer, Wien
    • Prof. Raul Montenegro, Biologe, Buenos Aires • Asmund Brovig, Kameramann,
    Oslo • Stephan Kohler, Geschäftsführer dena • Rosalie Bertell, Strahlen-Expertin,
    Kanada • Hans Hausmann, Produzent • Reinhard Kuchenmüller, Architekt • Marianne
    Stifel, visuelle protokolle • Beate Kortenkamp, Sängerin • Irinell Ruf, Choreografin
    • Frank Schätzing, Autor • Juriy Fedorenko, Orchesterleiter, Kiev • Alla
    Yaroshinskaja, Autorin, Moskau; u.v.m.

 

English

The legacy of Chernobyl

Manifesto upon the 25th Anniversary in 2011

For 24 years now, the rays of spring sunshine have brought back the memory of a particularly radiant event: the reactor catastrophe in Chernobyl has seared its marks into history like no other technical mishap, pervasively encompassing space far beyond Europe and generations of time. In its 25th year it is a memorial that we deem worthy of special acknowledgment.

We as artists, the affected, as people co-aligned in feeling and thought, thus declare the Chernobyl zone, the sarcophagus and the ghost town of Prypyat to be an unrepeatable, unmistakeable work of art. Chernobyl is deeply anchored in European history and in people’s conscious awareness, and deserves protection by

UNESCO as a “legacy of mankind”. The suffering brought to the world with this disaster needs a place of expression so that it becomes tangible and can be heard. Using the tools of art we want to create this kind of metaphorical site  for recollection.

We appeal to UNESCO to create the institution of a globally commemorative “World Memorial” alongside the world nature and world cultural heritages, and to declare the exclusion zone around Chernobyl and the entire city of Hiroshima to be mankind’s first memorials of this kind.

Our thoughts go to the souls of the deceased, to the firemen buried in zinc coffins, to the helicopter pilots, to the helpers in the first hours just as much as to the numerous professionals who contaminated themselves while clearing away, men and women whose lives came to a close faster and lonelier than they had probably ever thought possible. Our thoughts go to the children who withered away while still in their mothers’ wombs, to all those who fought for their lives – and lost.

Let us give them dignity and acknowledgment.

Our thoughts go to the people affected today and in the future because their bodies react sensitively to radioactivity. Let us give them our solidarity and our sympathy. Let us mourn with them in light of the homeland they have lost, the loved ones they have lost, the health they have lost. Our grief and our sympathy ought to help them to overcome the trauma of this accident and regain strength to face the challenges to come.

We want to learn from this event. Thus we regard

Chernobyl to be a symbol of change and a mandate for future generations. Children who were born and are going to be born under the influence of invisible radioactivity have a right to know. To know why their bodies are afflicted and disabled, why they possibly are not going to have any children of their own, and why they are going to die sooner than others. Ambassadors in the quest for answers to their questions ought to be en route for them all over the world.

Why should we pay the price for an outmoded technology and an antiquated mindset with the spread of radioactive substances within our living spaces and our bodies? We are not going to accept that with one single miscarriage a technology and the people supporting it have the power to destroy the lives of so many people. Consistent disarmament and control are the only way we can regain the freedom of choice in favor of alternatives.

The reactor fire in Chernobyl is more than an end: it is the beginning of a new era that places its faith in the sun’s life-giving energy. Future generations shall make  use of their ideas and networking to bring what began back then to completion.

We support the collective creation of an energy sculpture on the global Web as a symbol for overcoming anxiety worldwide, as well as its festive inauguration on the anniversary in 2011. It symbolizes the ingenuity and creativity of one and all along with the energy that arises in alliance with others.

This occasion ought to be used to take the power of music and art to fill the silence that drifts through the ghost town of Pripyat since all humans left it.

We are calling for a Chernobyl Memorial as an interactive archive within the social Web, an archive in which it becomes possible for people to encounter history and the present, and to learn for the future.

Let us make use of the time until the 25th Anniversary and beyond that for a spirited step out of the darkness into the light, the same way that Plato, the philosopher from ancient times, demonstrated to us in his “Allegory

of the Cave”. And give us the art, the strength and the  courage to make the unthinkable conceivable and the  unknown known.

Joerg Altekruse

along with all of the undersigned

 

Russian

Чернобыль

– наследие для всего человечества Манифест к 25-ой годовщине аварии реактора на

Чернобыльской АЭС

Вот уже на протяжении 24-х лет каждая вновь приходящая с солнечными днями весна напоминает нам о страшном событии, которое оставило неизгладимый след не только в истории Европы, но и в истории всего человечества. 25-ая годовщина аварии реактора на Чернобыльской АЭС являет- ся, прежде всего, символом предупреждения для будущего и настоящего о последствиях ядерных катастроф.

Для нас, деятелей искусства, a также людей, которых лично коснулась эта трагедия, да и просто для сопереживающих и скорбящих, вся территория Чернобыля и саркофаг, ко- торый был воздвигнут на месте реактора, а также город- призрак Припять являются неповтори-мым произведени- ем искусства. Чернобыль является неотъемлемой частью истории Европы и всего чело-вечества, поэтому данная трагедия должна находить-ся под защитой ЮНЕСКО и быть признана „наследием всего человечества“. Обратив внима- ние общесtвен-ности на это событие, мы хотели бы создать памятник, котоpый хранил бы воспомина- ния о страшных событиях и о том горе, которое принесла с собой эта ката- строфа.

Нам хотелось бы, чтобы ЮНЕСКО, наряду с памятниками мирового культурного и природного наследия, уделила бы внимание памятникам предупреждения. И тем самым – объ- явила Чернобыль и Хиросиму в данной категории первыми объектами Всемирного наследия.

Мы чтим память погибших в этой катастрофе людей: по- жарных, похороненных в цинковых гробах, пилотов, а также многочисленных участников ликвидации Чернобыльской аварии, которые получили высокую дозу радиоактивно- го поражения, жизни которых оказались намного кoроче, чем они себе это могли представить. Мы помним о детях, которые погибали, находясь в утробе матери, о всех, кто бо- ролся, за их жизни, и чьи усилия не увенчались успехом. Мы выражаем огромную благодарность всем, кто участво-

вал в ликвидации Чернобыльской катастрофы.

Мы скорбим вместе с ними о потерянных родине, любви, здоровьe. С нашей помощью эти люди должны найти в себе силы справиться с этим несчастьем и идти дальше.

Мы хотим принять Чернобыль как урок, сделать определен- ные выводы, чему-то научиться. Дети, которые были облуче- ны, имеют право об этом знать. Они должны знать, почему их тела подвержены изменениям или увечьям. По какой причи- не у них не может быть детей или они умрут молодыми. На все эти вопросы необходимо дать ответы.

Почему мы должны платить за распространение ра- диоактивного излучения в наших жизненных простран- ствах, за устаревшую технику и такое же мышление. Мы не

можем согласиться с тем, что технология и за ней стоящие люди, могут владеть правом, согласно которому одним не- удачным экспериментом можно разрушить судьбы многих людей.

Катастрофа на Чернобыльской АЭС – это не столько конец, сколько начало новой эры, которая исповедует энергию солнца. Новое поколение может реализовать все свои идеи, воплотив уже начатые.

Мы поддерживаем идею создания скульптуры во всемир- ной глобальной компьютерной сети, воплощающую энер- гию которая будет приурочена к 25-ой годовщине аварии реактора на Чернобыльской АЭС. Эта скульптура, в свою очередь, будет символизировать, прежде всего, победу над страхом. Она – символ созидания и актуальности проблемы и для всего сообщества, и для каждого в отдельности.

С помощью искусства и музыки будет заполнена та пустота, которой овеян город-призрак Припять с момента эвакуа- ции жителей.

Нам хотелось бы создать определенный памятник Черно- былю во всемирной глобальной сети, где станут возможны- ми встречи людей с прошлым, настоящим и будущим.

Время до дня 25-ой годовщины аварии реактора на Чер- нобыльской АЭС мы используем для того, чтобы выйти из темноты на свет, как писал в своем произ-ведении „Миф о пещере“ древнегреческий философ Платон. Мы уповаем на то, что искусство даст нам силу и мужество сделать немыс- лимое мыслимым, невозможное возможным.

Alyn Ware, disarmament activist, New York; Monika Griefahn, ecologist, Germa- ny; Prof. Sulak Sivaraksa, philosopher, Thailand; Felicia Langer, human rights expert, Israel; Jakob von Uexkuell, social entrepreneur, London; Peter Junge- Wentrup, CEO, Dortmund; Jürgen Streich, journalist, Cologne; Hans Geißendörfer, film director, London; Orlando Lübbert, filmmaker, Santiago de Chile; Grobschnitt, rock band, Wuppertal; Klaas Jarchow, author, Hamburg; Roland Schön, business coach, Heidelberg; Prof. Declan und Prof. Margrit Kennedy, architects; Germany; Zafrullah Chowdhuny, medical doctor, Bangladesh; Gundula Bahro, publicist, Ger- many; Prof. Alfons Sauer, pianist, Koenigsdorf; Hannelore Uka, personal adviser, Bergedorf; Margitta Holler, human resources developer, Hamburg; Georg Janßen, painter, Muenster; Prof. Raul Montenegro, biologist, Buenos Aires; Birsel Lemke, environmental activist, Turkey; Mario Gagliardi, designer; Vienna; Asmund Brovig, film producer, Oslo; Stella Whittaker, Brazil; Hans Hausmann, director of photo- graphy; Eckernförde; Anne Rüffer, publisher, Switzerland; Reinhard Kuchenmüller, architect; Marianne Stifel, psychotherapist; Italy; Beate Kortenkamp, singer, Biele- feld; Irinell Ruf, choreograph; Hamburg; Frank Schätzing, author, Cologne; Julia Owtscharenko, cultural manager, Ukraine; Stephan Kohler, CEO German Energy Agency; Berlin; Rosalie Bertell, radiation scientist, Canada, Juriy Fedorenko, or- chestra director, Kiev; Wim Wenders, filmmaker, Berlin; Alla Yaroshinskaja, au- thor, Moscow; …

 

Finnish

PERINTÖLASTINA TSHERNOBYL

Manifesti 25

Viimeisten 24-vuoden aikana muistuttaa kevät meitä ei vain säteilevästä auringon valosta vaan myös toisesta säteilyä aiheuttaneesta tapahtumasta: Tshernobylin ydinreaktorin aiheuttama tapaturma ylitti historiamme kaikki muut tekniikan aiheuttamat onnettomuudet. Tätä ydinreaktorin aiheuttamaa onnettomuutta haluamme erityisesti  huomioida  tapahtuman 25 -vuotispäivänä.

Me allekirjoittaneet taiteilijat, asianomaiset, asianpuolesta taistelevat ja siihen perehtyneet, julistamme Tschernobylin ympärillä olevan alueen, sinne rakennetun sarkofagin ja aavekaupunki Pripjatin, ei koskaan enää parannettavaksi, eikä mihinkään muuhun verrattavissa olevaksi „taideteokseksi“.

Tchernobyl on iskeytynyt syvälle Euroopan historiaan ja sen kansojen alitajuntaan ja se ansaitsee UNESCO:n antaman turvan „Ihmiskunnan perintönä“. Se kärsimys, minkä ydinreaktori-onnettomuus aiheutti ja aihettaa maailmassa, on ansainnut muistomerkin, jotta siihen voi samaistua, että aiheutetun tuskan määrän voi käsittää. Taiteen keinoin haluamme luoda eräänlaisen metaforisen tilan, muistuttamaan tapahtumasta.

Toivomme, että UNESCO, sen lisäksi, että sillä on olemassa „Maailman luonnon ja Maailman kulttuurin“ puolesta perustetut instituutiot, perustaisi myös „Maailman perintölastina „olevien kohteiden instituution ja että Tshernobylin alue ja Hiroshiman kaupunki olisivat ensimmäiset kohteet / muistiot ihmiskunnalle.

Me haluamme muistaa kaikkia kuolleita, sinkkiarkkuihin haudattuja palomiehiä, helikopterilentäjiä, kaikkia, jotka tapahtuma aikana olivat auttamassa ja jotka säteilylle alttiiksi joutuneina, menettivät henkensä.

Me haluamme muistaa lapsia, jotka jo ennen syntymäänsä, äitiensä kohduissa näivettyivät ja me haluamme muistaa jokaista, joka taisteli elämänsä puolesta ja hävisi tämän taistelun.

Kunnioittakaamme ja arvostakaamme heitä!

Haluamme muistaa myös niitä, jotka nyt ja tulevaisuudessa reagoivat erilaisiin säteilyvaaroihin. Tukekaamme heitä omalla myötätunnollamme.

Surkaamme heidän menetettyä kotiseutuaan, rakkaita läheisiään ja menetettyä terveyttään.Toivokaamme, että myötätuntomme auttaa heitä voittamaan traumaattiset kokemukset ja että tukemme rohkaisee tulevaisuuden vaatimuksien edessä.

Haluamme oppia tuhoisasta tapahtumasta. Haluamme nähdä Tshernobylin onnettomuuden tienristeyksenä muutokselle ja muistutuksena tuleville sukupolville. Ihmisten on saatava tietää mahdollisista säteilyvaaroista. Heidän on saatava tietää, jos he ovat joutuneet tai joutuvat säteilylle altttiiksi, vaarantavat terveytensä, menettävät mahdollisuuden synnyttää tai kuolevat  muita aikaisemmin. Meillä olisi oltava lähettiläitä, tiedemiehiä ja tutkijoita, jotka pyrkisivät antamaan vastauksia ja selvittämään kaikki epäselvät kuolemaanjohtaneet tapaukset.

Miksi meidän pitäisi suostua maksamaan kallis hinta elinympäristöön leviävän säteilyn vaarasta, mikä edustaa kaiken lisäksi jo vanhentunutta tieteellistä ja teknistä kehitystä.?

Me emme hyväksy sitä, että teknologia ja sen takana valtaansa harjoittavat yksittäiset ihmiset, pystyvät jatkuvasti vaarantamaan muiden ihmisten terveyden tai jopa aiheuttamaan  heidän menehtymisensä.

Tshernobylin ydinreaktorionnettomuus on paljon enemmän kuin vain kaiken loppu, se on ja sen on oltava myös uuden alku. Se pakottaa meidät kehittämään yhä eteenpäin turvallisia energiamuotoja kuten aurinko-energiaa. Tulevat sukupolvet tarvitsevat tätä kehitystä.

Tuemme yhtenäisen internet-sivuston 2011 juhlallista avausta ja sen kehittämistä, kansainvälisenä yrityksenä poistaa pelko ja kaikenasteinen sensuuri. Internet yhteyksien tasolla tuemme jokaisen yksilön nerokkkuutta ja luovaa voimaa toimia yhteisen asiamme puolesta.

Taiteitten ja musiikin antamalla voimalla haluamme rikkoa sen tyhjiön, joka ympäröi Pripyatin-kaupungin autioitumista.

Tuemme Tshernobyl-arkiston perustamista internet-sivustoille, arkiston, johon meillä jokaisella on pääsy ja jonne meistä jokainen voi tuoda oman osuutensa asiamme puolesta.

Käyttäkäämme hyväksemme 25-vuotispäivää suuntautumalla pimeydestä valoon, vertaus jota antiikin filosofi Platon käytti julistuksessaan. Pyrkikäämme siihen, että taiteitten ja musiikin voima, saa mahdottoman mahdolliseksi ja tekee tuntemattoman tunnetuksi.

Joerg Altekruse,

shine.web@shineprojects.org

www.shineprojects.org

 

Portugese

A Herança Evocativa de Tschernobyl

O Manifesto para comemorar o 25. Aniversário em 2011

Já há mais de 24 anos que, com os raios de sol da primavera, volta a recordação de um acidente  de radiação especial: a catástrofe nos reactores de Tschernobyl, como nenhum outro acidente da técnica, gravou a fogo as suas marcas na história, muito para além da Europa, e abrangendo décadas de gerações. Ela é um monumento evocativo a que nós, hoje, 25 anos depois, queremos muito particularmente prestar homenagem.

Nós, como artistas, tocados pela tragédia, vibrando com ela e reflectindo sobre ela, declaramos por isso a zona de Tschernobyl, o sarcófago e a cidade-fantasma de Pripjat como uma obra de arte, única, sem repetição possível, e inconfundível. Tschernobyl está profundamente gravado na história da Europa e na mente humana, merecendo ser defendido pela UNESCO como “herança da humanidade”.

O sofrimento que o acontecimento trágico veio trazer ao mundo precisa agora de um lugar evocativo para que esse sofrimento possa ser perceptível e manifesto. Servindo-nos dos meios de que a arte dispõe, queremos criar metafóricamente esse lugar de recordação.

Ansiamos por que a UNESCO crie a par da instituição “herança da natureza mundial” e “herança cultural mundial” também a de “herança evocativa mundial”, e por que  declare as zonas proibidas, à volta de Tschernobyl e da cidade de Hiroshima, como sendo os primeiros desses monumentos evocativos da humanidade.

Pensamos nas almas dos mortos, nos bombeiros enterrados em caixões de zinco, nos pilotos dos helicópteros, nos que na primeira hora acorreram a prestaram socorro, bem como nos inúmeros liquidatários, que nos trabalhos de remoção, foram vítimas de radiação, e cuja vida terminou,  mais rápida- e solitáriamente, do que eles jamais poderiam ter imaginado. Pensamos nas crianças, que já no ventre da mãe ficaram ressequidas, e em todos aqueles que lutaram pela vida, e a perderam. Façamos por que lhes seja dada dignidade e reconhecimento.

Pensamos naqueles que hoje, e no futuro, continuam enfermos,  porque o seu corpo se tornou hipersensível à radioactidade. Ofereçamos-lhes a nossa solidariedade e a nossa compreensão. Partilhemos com eles a tristeza de terem perdido a sua terra natal, as pessoas que lhes eram queridas, a sua saúde. Que o nosso luto e o nosso pesar os ajude a superar o trauma deste acidente e a recuperar forças para enfrentar os desafios futuros.

Nós queremos aprender, tirando uma lição do acidente. Assim, olhemos Tschernobyl como um sinal a impor mudança e uma missão a transmitir às gerações vindouras.

As crianças que nasceram e continuam a nascer num ambiente de radiação  invisível têm o direito de saber. Saber por que os seus corpos são débeis ou arruinados,  qual é a razão por que eles talvez não tenham filhos seus, ou irão morrer mais cedo do que outros. Por eles deverão correr mensageiros o mundo inteiro à procura de respostas para as suas interrogações.

Por que é que havemos de pagar o preço por uma técnica ultrapassada e uma maneira de pensar antiquada com o alastramento de matérias radioactivas  nos nossos espaços vitais e nos nossos corpos? Nós não aceitaremos que tal tecnologia, e os que estão por detrás dela, tenham o poder, para, com um único erro, destruir a vida de tantas pessoas. Só com a desmontagem  e um controlo sistemáticos das centrais nucleares podemos reaver a liberdade de nos decidirmos por outros meios alternativos.

O incêndio no reactor de Tschernobyl é mais do que algo que findou, ele é também o começo de uma nova época, que confia na energia vital do sol. As gerações vindouras saberão tirar proveito das suas ideias e da interligação delas a nível mundial, para aperfeiçoar o que outrora começou.

Nós apoiamos a criação colectiva de uma escultura energética na rede digital global (Web) como sinal mundial para dominar o medo, a qual será inaugurada no aniversário de Tschernobyl de 2011.  Ela simbolizará a genialidade e criatividade de cada um de nós, humanos, e a força que resulta da nossa união com os outros.

Queremos com isto, que, através do poder da arte e da música, se encha o silêncio que paira na cidade-fantasma de Pripyat, desde que todas as pessoas partiram.

Nós desejamos um Tschernobyl-memorial, como arquivo interactivo na rede digital (Web) social, no qual seja possível o encontro de pessoas com história e presente e um aprender com o passado para o futuro.

Aproveitemos o tempo até ao 25. aniversário, e para lá deste, para dar um passo ousado, da escuridão para a claridade, a exemplo prévio do pensamento do filósofo Plato, com  a sua alegoria da caverna. Que a arte nos dê força e coragem para tornar o impensável pensável e o desconhecido conhecido.

Joerg Altekruse,

e todos os signatários

 

 FRENCH

Mémorial de Tchernobyl

Manifesto 25ème anniversaire 2011

Cela fait plus de 24 ans qu’avec les premiers rayons du soleil printanier les souvenirs d’un événement particulièrement rayonnant s’éveillent: la catastrophe nucléaire de Tchernobyl qui comme aucune autre catastrophe technique connue jusqu’à présent a laissé son empreinte dans l’histoire de notre époque.

Présente a chaque instant depuis plusieurs générations et au-delà des frontières Européennes, elle est un heritage culturel de l’humanité auquel nous voulons particulièrement commémorer a I’occasion de son 25ème anniversaire.

La souffrance résultant de cette catastrophe nous affectant en ce monde nécessite un endroit bien définit et propre, dans le but d’être exprimée et entendue. C’est avec les moyens de l’Art que nous pouvons créer un tel endroit symbolique du souvenir, un mémorial.

Pour cette raison, en tant qu’artistes, concernés et engages nous déclarons la zone de Tchernobyl, le Sarcophage et la vile abandonnée de Pripiat comme une oevre d’Art unique et sans précédent.

Tchernobyl est ancré dans l’histoire et la conscience Européenne et mérite la protection de I’UNESCO en tant que ,,Héritage de l’humanité». Notre travail en ce lieu de commémoration doit commencer rapidement.

Nous nous souhaitons de I’UNESCO en plus de «l’Héritage Culturel et Naturel Mondial» et des «Chefs d’oeuvres du Patrimoine Mondial» la mise en place de l’institution d’un «Mémorial du Monde» et de déclarer la zone interdite autour de Tchernobyl a I’instar de la vile Hiroshima héritières premières d’un tel Mémorial.

Nous pensons aux âmes défuntes, aux pompiers enterrés dans les cercueils de zinc, aux pilotes d’hélicoptères, aux secouristes des premières heures de même qu’aux nombreux “Liquidateurs” qui ont été contaminés pendant les assainissements au sacrifice de leur vie pour certains et de leur santé pour d’autres.

Nous avons une pensée toute particulière pour les enfants qui n’auront jamais vu Ie jour, les nourrissons et tous ceux qui ont lutté en vain pour leur vie, témoignons-leur honneur et reconnaissance. Une pensée pour toutes les personnes touchées aujourd’hui et à l’avenir de par leur constitution corporelle fragile à la radioactivité.

Nous leur faisons part de notre solidarité et de notre compréhension. Portons le deuil avec eux, de leur pays perdu, leurs amours perdus, leur santé perdue. Que notre deuil et notre compassion les aident à surmonter le traumatisme de cette catastrophe et à retrouver la force d’affronter les défis.

Nous devons tirer la Ieçon de la catastrophe de Tchernobyl. Elle est un signal pour les générations à venir. Les enfants nés sous l’influence de ces rayons invisibles ont le droit de savoir pourquoi leurs corps sont atteints et handicapés, pourquoi ils ne peuvent pas avoir d’enfants et pourquoi ils doivent mourir plus tôt que les autres. En leur honneur, les ambassadeurs du monde entier se mettront en route ou pour chercher les réponses à leurs questions.

Pourquoi devrions nous, en propageant des éléments radioactifs dans notre environnement et nos organismes, payer le prix d’une technologie et d’une idéologie dépassée. Nous ne pouvons pas accepter qu’une Technologie et les Hommes qui la dirigent aient la possibilité avec une simple erreur d’affecter et de détériorer tant de vies (humaines).

La fusion du réacteur de Tchernobyl représente beaucoup plus qu’une fin, eIle est le début d’une nouvelle génération qui fait confiance à l’énergie vitale du soleil, l’énergie solaire.

L’année a venir aura pour but, avec la force de l’art et de la musique, de remplir le vide qui hante la ville abandonnée de Pripiat depuis le départ de ses habitants. Nous soutenons la création collective d’une ,,Energie-Sculpture» qui sera un signal mondial pour surmonter la peur et nous soutenons son inauguration à l’occasion du 25ème anniversaire en 2011.

Elle symbolise le génie et la créativité de chacun ainsi que l’énergie qui naît du lien avec les autres.

Nous souhaitons un Mémorial à Tchernobyl sous forme d’un portail interactif sur Internet dans lequel tout le monde rencontrera le passé / l’histoire et le présent, leur permettant d’apprendre pour l’avenir.

Profitons du temps qu’iI nous reste jusqu’au 25ème anniversaire et au-delà pour faire un pas courageux sortant de l’obscurité vers la lumière tels les hommes enchainés de «l’allégorie de a caverne» de Platon. Et que l’Art nous donne la force et le courage de rendre l’impensable pensable et de faire connaître I’ inconnu.

texte originale: Joerg Altekruse

traduction francais: Anna Soro

 

Spanish

Tschernobyl Herencia de Advertencia

El MANIFIESTO en el 25 aniversario 2011

Desde hace más de 24 años vuelve junto con los rayos de sol de la primavera el recuerdo de un acontecimiento radial especial: la catástrofe del reactor de Tschernobyl dejó marcadas sus huellas con fuego en la historia como ningún otro accidente técnico, más allá de Europa y abarcando en el tiempo a generaciones. Es un monumento conmemorativo que nosotros reconocemos particularmente en su 25 aniversario.

Nosostros, como artistas, afectados, simpatizantes y quienes nos sumamos con atención a la reflexión, declaramos por ello la zona de Tschernobyl el sarcófago y la ciudad fantasma de Pripjat como una obra de arte inconfundible e irrepetible.

Tschernobyl está anclado profundamente en la historia europea y en la conciencia de los hombres, y merece la protección de la UNESCO como „Patrimonio de la humanidad“. El sufrimiento que llegó al mundo junto con el accidente necesita ahora un lugar de expresión para ser oído y percibido. Con los medios del arte queremos crear un lugar metafórico del recuerdo.

Deseamos que la UNESCO junto con el patrimonio cultural y natural mundial cree la institución  de Patrimonio Mundial de la Advertencia y declare a la zona prohibida alrededor de Tschernobyl y a la ciudad de Hiroshima como tales monumentos de advertencia de la humanidad.

Pensamos en las almas de los muertos, en los bomberos sepultados en ataúdes de zinc, en los pilotos de helicópteros, en los ayudantes de las primeras horas, así como en los numerosos liquidadores, quienes durante la reorganización fueron radiados y cuyas vidas con frecuencia se acabaron más rápidamente y de manera más solitaria de como lo habían pensado. Pensamos en los niños que se resecaron en el vientre materno y en todos aquellos que lucharon por su vida y la perdieron. Démosles a ellos reconocimiento y dignidad.

Pensamos en las personas que hoy y en el futuro serán afectadas porque sus cuerpos reaccionan de manera sensible a la radioactividad. Démosles nuestra solidaridad y nuestra simpatía. Condolámonos con ellos por la patria perdida, por sus amores perdidos, por su salud perdida. Nuestro duelo y nuestra condolencia deben ayudarles a rebasar el trauma de este accidente y a encontrar nuevamente la fuerza para enfrentarse a próximos desafíos.

Queremos aprender de este acontecimiento. Por ello contemplamos Tschernobyl como señal de cambio y como consigna para las generaciones futuras.

Los niños que nacieron y nacen en la radiación invisible tienen derecho a saber. A saber por qué sus cuerpos son atacados o invalidados, por qué ellos mismos quizá no puedan tener hijos o deban morir más pronto que otros. Para ellos deben ser enviados embajadores en todo el mundo en búsqueda de respuestas a sus preguntas.

¿Por qué debemos pagar con la expansión de substancias radioactivas en nuestros espacios de vida y pagar en nuestros cuerpos el precio de una técnica anticuada y una forma de pensar atrasada? No aceptaremos que una tecnología y los hombres que detentan el poder detrás de ella, destruyan de un solo golpe la vida de tantos seres humanos.

El incendio del reactor de Tschernobyl más que un final, es también el inicio de una nueva era que confía en la energía vitalizadora del sol. Las generaciones venideras usarán sus ideas y su vinculación en el mundo para terminar lo que entonces, con ese incendio, empezó.

Apoyamos la creación colectiva de una escultura de energía en la Web global como señal mundial de la superación del miedo y su festejo en el aniversario de 2011. Simboliza la genialidad y la creatividad de cada uno y al fuerza que surge de la unión con los otros.

Esto dene usarse para llenar con la fuerza del arte y de la  música el silencio que reina desde  el éxodo de personas de la ciudad fantasma Pripyat.

Deseamos un Memorial Tschernobyl como un archivo interactivo en la Web social, en el que sean posibles el encuentro con personas con historia y presente y una enseñanza para el futuro.

Utilicemos el tiempo hasta el 25 aniversario y después de él para un paso valiente desde la oscuridad a la luz, tal y como el filósofo de la antigüedad Platón pensó en su parábola de la cueva. ¡Qué el arte nos dé la fuerza y el valor de pensar lo impensable y de dar a conocer lo desconocido!

 

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